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Vignette und Streckenmaut in Österreich

Für die meisten österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen benötigen Pkw und Motorräder bis einschließlich 3,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse eine gültige Vignette. Auf fünf Streckenabschnitten wird stattdessen eine gesonderte Streckenmaut erhoben. Die 2026er Vignettentarife gelten im Vignettenjahr 2026; die nachstehenden Preise sind in Euro und gelten laut ASFINAG ab 1. Jänner 2026. Planen Sie eine Fahrt über einen Streckenmautabschnitt, brauchen Sie dort das passende Streckenticket – eine normale Vignette ersetzt es nicht.

Kurzfakten zu Vignette und Streckenmaut

  • Die Vignette betrifft Pkw und Motorräder bis 3,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse auf dem mautpflichtigen Autobahn- und Schnellstraßennetz.
  • 2026 kostet die Pkw-Vignette 9,60 Euro für einen Tag, 12,80 Euro für zehn Tage, 32,00 Euro für zwei Monate und 106,80 Euro für ein Jahr.
  • Die digitale 1-Tages- und 10-Tages-Vignette kann bei Online-Kauf sofort gültig sein; die digitale 2-Monats- und Jahresvignette ist bei Online-Kauf als Verbraucher frühestens ab dem 18. Tag gültig.
  • Streckenmaut gilt auf Abschnitten der A 9, A 10, A 11, A 13 und S 16. Die Tarife 2026 sind laut ASFINAG ab 1. Jänner gültig.

Welche Vignette gilt 2026?

Für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse gibt es digitale Vignetten mit einer Gültigkeit von einem Tag, zehn Tagen, zwei Monaten oder einem Jahr. Für 2026 beträgt der Preis für Pkw und zweispurige Kraftfahrzeuge bis 3,5 Tonnen 9,60 Euro (ein Tag), 12,80 Euro (zehn Tage), 32,00 Euro (zwei Monate) oder 106,80 Euro (Jahr). Für einspurige Kraftfahrzeuge wie Motorräder lauten die Tarife 3,80 Euro, 5,10 Euro, 12,80 Euro beziehungsweise 42,70 Euro. Die Tarife beziehen sich auf das Vignettenjahr 2026; sie gelten nicht automatisch für spätere Jahre.

Für 2026 wird zusätzlich noch eine Klebevignette angeboten; nach ASFINAG ist es das letzte Jahr dieser Variante. Ab dem Vignettenjahr 2027 steht nur noch die digitale Vignette zur Verfügung. Wer eine Klebevignette nutzt, muss sie entsprechend den Vorgaben anbringen; bei der digitalen Variante ist das Kennzeichen entscheidend. Kontrollieren Sie bei der Bestellung Fahrzeugart, Zulassungsland und Kennzeichen sorgfältig.

Digitale Vignette: Gültigkeit nicht mit Kaufzeitpunkt verwechseln

Beim digitalen Kauf ist die Frist für den geplanten Reisebeginn besonders wichtig. Die digitale 1-Tages- und 10-Tages-Vignette kann bei einem Online-Kauf durch Verbraucher sofort gültig sein. Eine digital online gekaufte 2-Monats- oder Jahresvignette ist wegen des Konsumentenschutzes frühestens ab dem 18. Tag nach dem Kauf verwendbar. Wer kurzfristig losfährt, sollte daher nicht annehmen, dass jede online gekaufte Variante sofort gilt. An einer Vertriebsstelle erworbene Produkte können andere Gültigkeitsbedingungen haben; maßgeblich ist die konkrete Kauf- und Produktinformation der ASFINAG.

Die digitale Vignette ist an das Kennzeichen gebunden. Nach dem Kauf sollten Sie Kennzeichen, Zulassungsstaat, Fahrzeugart und Beginn der Gültigkeit in der Bestätigung prüfen. Ein Zahlendreher kann dazu führen, dass die Mautkontrolle das Fahrzeug nicht dem gültigen Produkt zuordnet. Bei einem Wechselkennzeichen kann die digitale Variante praktisch sein, sofern die Voraussetzungen des Produkts erfüllt sind. Die aktuelle ASFINAG-Produktseite erklärt die Bedingungen und Verkaufswege.

Wo fällt zusätzlich Streckenmaut an?

Die Streckenmaut betrifft besondere, baulich aufwendige Alpenkorridore. Die Streckenmautabschnitte befinden sich laut ASFINAG auf der A 9 Pyhrn Autobahn, A 10 Tauern Autobahn, A 11 Karawanken Autobahn, A 13 Brenner Autobahn und S 16 Arlberg Schnellstraße. Auf den mautpflichtigen Strecken zwischen den jeweiligen Mautstellen entfällt die sonst übliche Vignettenpflicht; andere Autobahnabschnitte Ihrer Route können aber weiterhin eine Vignette erfordern. Die ganze A 13 ist streckenmautpflichtig und kann laut ASFINAG ohne Vignette befahren werden. Die Anschlussfahrt auf der A 12 ist davon nicht automatisch ausgenommen.

Beispiele der Streckenmautpreise für eine einzelne Fahrt 2026: Gleinalm- und Bosrucktunnel auf der A 9 kosten 12,00 beziehungsweise 7,00 Euro; Tauern- und Katschbergtunnel auf der A 10 kosten gemeinsam 15,00 Euro; der Karawankentunnel auf der A 11 kostet 9,00 Euro; Brenner auf der A 13 kostet 12,50 Euro; Arlberg auf der S 16 kostet 13,00 Euro. Diese Auswahl nennt Einzelfahrten für die bezeichneten Abschnitte, nicht mögliche Mehrfahrtenkarten oder Sondertarife. Streckenverlauf und Produktdetails sind vor Fahrtantritt beim Betreiber zu prüfen.

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Streckenticket kaufen oder erst an der Mautstelle bezahlen?

Wer die Route schon kennt, kann die digitale Streckenmaut im Voraus buchen. Die ASFINAG beschreibt digitale Streckenmaut-Produkte für einzelne Abschnitte, Mehrfahrtenkarten und FLEX; FLEX kann für die Nutzung mehrerer Abschnitte passend sein. Ein im Voraus gekauftes, kennzeichengebundenes Ticket kann die Durchfahrt erleichtern. Wer noch kein Ticket hat, kann an den Mautstellen die geöffneten Spuren nutzen und je nach Abschnitt vor Ort bezahlen. Achten Sie auf die Spurführung und fahren Sie nicht in eine für GO-Maut markierte Spur. Die passende Spur und die aktuellen Zahlungsoptionen hängen von der konkreten Mautstelle ab.

Bei regelmäßigen Fahrten können Mehrfahrtenkarten oder spezielle Pendlerprodukte günstiger sein. Diese haben abschnittsbezogene Bedingungen und teils definierte Gültigkeitszeiträume. Ein günstigerer Betrag ist nicht automatisch für jede Reiseform verfügbar: Prüfen Sie Fahrzeug, Abschnitt, Berechtigung, Fahrtenanzahl und Gültigkeit in den aktuellen Tarifangaben. Bei bestimmten Anspruchsvoraussetzungen können Sonderregelungen bestehen; diese sollten direkt beim Betreiber geklärt werden, statt sie aus dem Einzelfahrtpreis abzuleiten.

So planen Sie die Maut für Ihre Route

  1. Markieren Sie zunächst die Autobahn- und Schnellstraßenabschnitte, die Ihre Route tatsächlich nutzt.
  2. Ordnen Sie jeden Abschnitt entweder der Vignette oder einem Streckenmautabschnitt zu; ein Streckenticket deckt nicht automatisch den restlichen Autobahnweg ab.
  3. Wählen Sie bei der Vignette die passende Gültigkeitsdauer und berücksichtigen Sie die Vorlaufzeit digitaler 2-Monats- und Jahresprodukte.
  4. Prüfen Sie, ob sich eine vorab gekaufte digitale Streckenmaut oder ein Mehrfahrtenprodukt für Ihre Fahrten lohnt.
  5. Kontrollieren Sie abschließend Kennzeichen und Gültigkeitszeitraum.

Für die Preisberechnung zählt die Fahrzeugklasse. Die Angaben oben gelten für Pkw und Motorräder bis 3,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse; Fahrzeuge oberhalb dieser Grenze unterliegen anderen Regeln und Produkten. Bei Wohnmobilen ist nicht allein die umgangssprachliche Bezeichnung entscheidend, sondern die zulässige Fahrzeugmasse und die geltende Mautordnung. Wenn die Einstufung unklar ist, sollten Sie sie vor der Fahrt mit den offiziellen Vorgaben abgleichen.

Häufige Fragen zu Vignette und Streckenmaut

Kann ich mit einer Vignette auch durch den Brennertunnel fahren?

Nein. Die A 13 ist streckenmautpflichtig; für die Fahrt auf diesem Abschnitt ist die entsprechende Streckenmaut zu zahlen. Die Vignette ist für andere mautpflichtige Autobahn- und Schnellstraßenabschnitte relevant. Für die Anschlussstrecke auf der A 12 gelten eigene Regeln.

Ist die digitale 2-Monats-Vignette bei Online-Kauf sofort gültig?

Beim Online-Kauf durch Verbraucher gilt sie frühestens ab dem 18. Tag nach dem Kauf. Diese Einschränkung trifft laut ASFINAG nicht auf die digitale 1-Tages- und 10-Tages-Vignette zu, bei denen sofortige Gültigkeit ausgewählt werden kann.

Wie viel kostet eine Pkw-Jahresvignette 2026?

Die Pkw-Jahresvignette kostet 106,80 Euro. Der Preis bezieht sich auf das Vignettenjahr 2026; für andere Jahre gilt ein eigener Tarif.

Brauche ich für ein Wohnmobil eine Vignette?

Für Kraftfahrzeuge bis einschließlich 3,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse gelten die Vignettenregeln für leichte Fahrzeuge. Oberhalb dieser Grenze gelten andere Mautvorschriften. Entscheidend ist die technische Fahrzeug-Einstufung, nicht die Bezeichnung „Wohnmobil“ allein.