Bad Wimsbach-Neydharting entdecken
Unterkünfte in Bad Wimsbach-Neydharting
Zwischen Moorlandschaft und archäologischen Spuren
Bad Wimsbach-Neydharting verbindet eine charakteristische Moorlandschaft mit ungewöhnlich vielfältigen Zeugnissen der Orts- und Kulturgeschichte. Im Neydhartinger Moor können Sie bei Wanderungen eine besondere Tier- und Pflanzenwelt entdecken. Beiderseits der Alm erstreckt sich das Naturschutzgebiet „Almauen“ von der Einmündung der Laudach bis zur Stögmüller-Wehr.
Für die Orientierung im Moor ist eine wichtige Grenze zu beachten. Die Moorstichstellen unterliegen strengen Moor- und Naturschutzkriterien und dürfen nicht betreten werden.
Handwerk, Archäologie und ländliche Geschichte
Die Hackenschmiede zeigt ein bis heute voll funktionsfähiges technisches Erbe: Ihre Anlagen werden von drei unterschlächtigen Wasserrädern angetrieben. Unterschlächtig bedeutet dabei, dass das Wasser ein Rad von unten antreibt; hier wird diese Kraft für die Schmiedeanlagen genutzt. Damit steht nicht nur ein historisches Gebäude im Mittelpunkt, sondern eine wasserradbetriebene Schmiede mit erhaltener Funktion.
Im Tempus. Museum für Archäologie reicht die chronologische Ausstellung von der Bronzezeit bis ins Frühmittelalter. Ein besonderer Schwerpunkt ist der Nachweis hallstattzeitlicher Eisengewinnung, der in Österreich als nahezu einzigartig gilt. Der zeitliche Bogen macht das Museum zu einem Ort, an dem sich die regionale Vergangenheit über mehrere Epochen hinweg einordnen lässt.
Auch der Neydhartinger Troadkasten bewahrt ländliche Arbeitsgeschichte. Er dient seit 1982 als Freilichtmuseum; im Obergeschoss sind Geräte zur Flachsverarbeitung ausgestellt. So ergänzt der Troadkasten die archäologischen Themen um Einblicke in handwerkliche und landwirtschaftliche Traditionen.
Römische Spuren am Weg
Im Totenhölzl sind die Mauerreste eines römischen Landhauses erhalten. Dieses war einst Teil einer großangelegten Siedlung, die etwa 160 n. Chr. errichtet wurde. Die Stelle liegt etwa 1 km vom Ortsrand entfernt. Die Mauern der Villa Rustica wurden 1951 von Dr. Vetters freigelegt, die Überreste 1997 restauriert. Die Datierung auf etwa 160 n. Chr. verweist auf die Entstehungszeit der Siedlung, während Freilegung und Restaurierung die spätere Geschichte des Fundplatzes markieren. Als konkreter Fundplatz der römischen Siedlungsgeschichte ergänzt die Villa Rustica die chronologische Ausstellung im Museum. Eine passende Verbindung von Landschaft und Geschichte bietet die Route Via Villa Rustica, die am Naturdenkmal „Kastanienallee“ vorbeiführt.
Aktive Wege und weitere Orientierung
Wer den Ort auf dem Fahrrad erkunden möchte, findet mit dem Rundweg „Von Dorf zu Dorf“ eine zum Radfahren geeignete Route. Zusammen mit den Wanderungen durch das Neydhartinger Moor, dem Naturschutzgebiet „Almauen“ und den kulturgeschichtlichen Themen entsteht ein Reiseziel, dessen Reiz in der Verbindung verschiedener Entdeckungen liegt: Natur, Technik, bäuerliche Tradition und Geschichte liegen als unterschiedliche Schwerpunkte nebeneinander.
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