Kennelbach: Bregenzerachschluchttal, Kirchenkunst und Industriegeschichte
Kennelbach verbindet einen geschützten Naturraum an der Bregenzerach mit Kirchenkunst, Industriegeschichte und Wegen, die an frühere Nutzungen der Landschaft erinnern. Wenn Sie eine Reise mit unterschiedlichen Entdeckungen planen, können Sie hier zwischen dem Natura-2000-Gebiet, dem Weinbergweg, der Pfarrkirche zum Heiligen Josef und historischen Spuren der Textilindustrie wählen.
Naturraum und Wege an der Bregenzerach
Das Bregenzerachschluchttal in Kennelbach ist Teil eines Natura-2000-Gebiets. Im Natura-2000-Abschnitt zwischen der Mündung der Weißach und dem Wehr Kennelbach fließt die Bregenzerach durch eine relativ enge Schlucht. Ein weiterer Abschnitt des Natura-2000-Gebiets von Kennelbach bis Bozenau ist als einfacher Fußpfad begehbar. Damit steht neben dem Schluchttal auch eine ausdrücklich als Fußpfad bezeichnete Strecke für die Erkundung zur Verfügung.
Der Weinbergweg verbindet weiterhin das Dorf Kennelbach mit der Langenerstraße. Sein Name erinnert an den früheren Weinbau der Klöster Mehrerau und Hirschtal. Für Ihre Tagesplanung bietet der Weg deshalb nicht nur eine Verbindung, sondern auch einen konkreten Zugang zur Ortsgeschichte. Wenn Sie sich für den Klettersteig Känzele interessieren, ist die Wegführung klar beschrieben: Alle Varianten werden über den Unteren Känzeleweg erreicht und enden am Oberen Känzeleweg.
Pfarrkirche und historische Spuren
Die Geschichte rund um die heutige Pfarrkirche reicht bis zu den Dominikanerinnen von Hirschthal zurück. 1465 bezogen sie das Kloster und Kirchlein an der Stelle des heutigen Friedhofs in Kennelbach. Das ehemalige Dominikanerinnenkloster Hirschtal brannte 1796 im Bereich der heutigen Pfarrkirche ab.
Die neugotische Pfarrkirche zum Heiligen Josef entstand später aus einem konkreten Grund: Im Frühjahr 1890 begannen die Bauarbeiten, weil das alte Kirchlein zu klein geworden war. Am 28. Oktober 1891 wurde die Pfarrkirche geweiht. Ihr Innenraum umfasst ein weites Kirchenschiff mit einer schönen Holzdecke und einer geräumigen Apsis. Zu den sichtbaren Details gehören 13 figürliche Fenster, von denen 11 von der Tiroler Glasmalerei Anstalt stammen. Im Altarraum steht anstelle des Hochaltars ein geschnitztes Weihnachtsbild des Tiroler Künstlers Josef Bachlechner. Außerdem ist das Triptychon HIN ZUM LICHT von Manfred Egender Teil der modernen Kirchenkunst in der Kirche.
Auch die Geschichte des Kirchenpatrons spiegelt die Entwicklung Kennelbachs: Als Kennelbach zur Industriegemeinde geworden war, wurde Josef der Arbeiter zum Patron gewählt; zuvor war Johannes der Täufer der Patron. In der Pfarrkirche St. Josef finden an Sonn- und Feiertagen jeweils um 10:15 Uhr Gottesdienste statt.
Industriegeschichte und Orte für besondere Anlässe
Ein wichtiger historischer Bezugspunkt sind die Textilwerke Jenny & Schindler. Sie wurden 1838 in Kennelbach gegründet und waren damals die größte Baumwollspinnerei der Monarchie. 1882 führten die Textilwerke erstmals in Vorarlberg elektrische Beleuchtung ein.
Die Kapelle Mariahilf auf der Halde, auch Maria auf der Halden genannt, ist der Mater dolorosa, der Schmerzhaften Gottesmutter, geweiht. Sie wurde 1911 unter Pfarrer Johann Gabl erweitert. Die Villa Grünau ergänzt das Ortsbild um Angebote für besondere Anlässe: Dort werden standesamtliche Trauungen, freie Zeremonien und eine Agape auf der idyllischen Terrasse angeboten. Der Termin für eine standesamtliche Trauung muss mit dem Standesamt Bregenz koordiniert werden.
Im Park der Villa Grünau können abwechslungsreiche Konzertabende mit klassischer Musik aus allen Epochen und jazzigen Klängen erlebt werden. Der Musikverein Kennelbach kündigt außerdem ein jährliches Dorffest am 4. und 5. Juli im Park der Villa Grünau in Kennelbach an. So reicht das Spektrum der Ortsentdeckungen von Natur und Wegen über Sakral- und Industriegeschichte bis zu Musik und lokalen Veranstaltungen.
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