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Gesundheit und Notfälle

Kurzfakten zu Gesundheit und Notfällen

  • Bei akuter Gefahr: Euro-Notruf 112; die Nummer ist in Österreich kostenlos erreichbar und funktioniert am gesperrten Mobiltelefon auch ohne PIN.
  • Rettungsdienst: 144; Polizei: 133; Feuerwehrzentralen: 122.
  • Gesundheitliche Frage ohne akuten Notfall: 1450, österreichweit rund um die Uhr.
  • Ärztenotdienst: 141; die tatsächlichen Bereitschaftszeiten unterscheiden sich nach Region.
  • Die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) gilt für medizinisch notwendige Leistungen während eines vorübergehenden Aufenthalts in den erfassten Staaten; sie ist keine Zusage für jede Behandlung oder jede Rechnung.

Bei einem lebensbedrohlichen Notfall zählt schnelle Hilfe: Wählen Sie 112 oder den passenden österreichischen Fachdienst. Für Beschwerden, die dringend abgeklärt werden müssen, aber keine akute Lebensgefahr bedeuten, bietet 1450 eine telefonische Einschätzung und Hinweise zur passenden Versorgung. Wer aus einem anderen Staat anreist, sollte außerdem vorab klären, welche Karte und welcher Versicherungsschutz für den Aufenthalt gelten.

Welche Nummer passt zur Situation?

Die Nummern unterscheiden sich nach Aufgabe. 112 ist der einheitliche europäische Notruf. In Österreich erreichen Sie den Rettungsdienst unter 144, die Polizei unter 133 und Feuerwehrzentralen unter 122. Ein Anruf bei diesen Notrufnummern ist kostenlos. Der Euro-Notruf 112 lässt sich sogar von einem gesperrten Mobiltelefon ohne Eingabe der PIN wählen. Bei akuter Gefahr sollten Sie nicht erst nach einer regionalen Beratungsstelle suchen.

Für einen medizinischen Rettungseinsatz ist 144 die direkte Nummer. 133 ist für die Polizei, etwa wenn Schutz oder polizeiliche Hilfe gebraucht wird. 122 führt zu Feuerwehrzentralen. Die klare Zuordnung hilft, wenn Sie allein oder mit einer Gruppe unterwegs sind: Speichern Sie die Nummern nicht nur im Telefon, sondern prägen Sie sich auch die allgemeine 112 ein. Wo genau Sie sich befinden, ist für die Einsatzleitung wichtig; halten Sie einen Ortsnamen, eine Adresse oder einen gut erkennbaren Punkt bereit, sofern Sie ihn kennen.

In Berggebieten ist zusätzlich 140 als Bergrettung ausgewiesen. Bei Unfällen im alpinen Gelände kann diese Nummer der passende direkte Kontakt sein. Die europäische 112 bleibt die allgemeine Ausweichnummer, wenn Sie unsicher sind oder ein gesperrtes Telefon verwenden. Solche Nummern sind nicht mit der Pannenhilfe für ein Fahrzeug zu verwechseln: Sie betreffen unterschiedliche Dienste und Aufgaben.

Gesundheitsberatung und ärztlicher Bereitschaftsdienst

Bei gesundheitlichen Problemen ohne akuten Notfall können Sie österreichweit 1450 anrufen. Die telefonische Gesundheitsberatung ist rund um die Uhr erreichbar und gibt Empfehlungen, wo die passende Betreuung zu finden ist; sie informiert auch zu Apotheken und Medikamenten. Sie ersetzt keine Untersuchung und ist nicht für eine lebensbedrohliche Lage gedacht. In diesem Fall gilt der Rettungsnotruf 144 oder der Euro-Notruf 112.

Wenn die Hausarztpraxis abends oder am Wochenende nicht erreichbar ist und ärztliche Hilfe gebraucht wird, kommt der Ärztenotdienst 141 infrage. Er ist je nach Bundesland unter verschiedenen Bezeichnungen organisiert; die Einsatzzeiten können regional variieren. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf einen bundesweit einheitlichen Dienstplan. Die Nummer 141 ist nicht gleichbedeutend mit einem Rettungseinsatz. Bei akuter Gefahr rufen Sie 144.

Für Arzneimittel außerhalb üblicher Apothekenöffnungszeiten gibt es Apotheken mit Nachtdienst, die dringende Versorgung auch an Sonn- und Feiertagen übernehmen. Die diensthabende Apotheke lässt sich über die offizielle Apothekensuche finden. Welches Präparat verfügbar ist, kann jedoch von der Apotheke und dem Zeitpunkt abhängen. Bei einer medizinischen Einschätzung zu Beschwerden oder zur passenden Anlaufstelle hilft 1450 weiter.

Barrierefrei Hilfe rufen

Gehörlose und hörbeeinträchtigte Personen können die App DEC112 nutzen, um mit einer Notrufzentrale per Text-Chat Kontakt aufzunehmen. Dabei werden der aktuelle Standort und auf Wunsch auch Gesundheitsdaten an die Notrufzentrale übermittelt. Für die Polizei ist außerdem weiterhin die Kontaktaufnahme per SMS oder Fax an 0800 133 133 möglich. Diese textbasierten Möglichkeiten können die Verständigung erleichtern, setzen aber voraus, dass das Gerät verfügbar und die App eingerichtet ist. Bei einer akuten Situation sollte die passende Möglichkeit genutzt werden, die tatsächlich funktioniert.

Bei einem stillen Notruf wegen akuter Gefahr in der Privatsphäre kann über DEC112 ein stiller Notruf an die Polizei abgesendet werden. Dafür muss die genaue Adresse in der App hinterlegt oder im Chat eingegeben werden. Das ist eine spezielle Funktion für eine besondere Gefahrenlage und kein allgemeiner Ersatz für einen normalen Notruf. Wer mit einer hörenden Begleitperson reist, kann die Kontaktdaten und benötigten Kommunikationsformen gemeinsam vorab festlegen.

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Versicherung und Europäische Krankenversicherungskarte

Für Versicherte aus EU-Staaten, dem Europäischen Wirtschaftsraum und der Schweiz kann die EKVK bei einem vorübergehenden Aufenthalt den Zugang zu medizinisch notwendigen Sachleistungen unterstützen. Maßgeblich ist, ob eine Leistung angesichts ihrer Art und der voraussichtlichen Aufenthaltsdauer notwendig ist. Vertragsärztinnen und Vertragsärzte sowie Vertragskrankenanstalten müssen eine gültige EKVK nach den geltenden Regeln akzeptieren. Die Karte beweist daher nicht, dass jede private Behandlung vollständig bezahlt wird.

Führen Sie die Karte während der Reise mit und zeigen Sie sie der behandelnden Stelle. Welche Leistungen gewährt werden und ob ein Selbstbehalt anfällt, richtet sich nach den Regeln des Aufenthaltsstaats. Bei einer Behandlung in einer Privatpraxis oder bei einer Stelle ohne Vertrag kann eine direkte Kostenübernahme über die EKVK ausbleiben. Lassen Sie sich dann eine detaillierte Rechnung und Behandlungsunterlagen ausstellen und fragen Sie Ihren eigenen Versicherungsträger, wie eine mögliche Erstattung beantragt wird.

Die Karte ist für ungeplante, medizinisch notwendige Versorgung während eines vorübergehenden Aufenthalts gedacht. Wer gezielt zur Behandlung ins Ausland reist, fällt unter andere Regeln; dafür kann eine vorherige Genehmigung des Versicherungsträgers nötig sein. Auch für Reisende aus Staaten außerhalb des genannten Geltungsbereichs lassen sich Ansprüche nicht pauschal aus der EKVK ableiten. In diesen Fällen hängen Abrechnung und Erstattung von der jeweiligen Versicherung und möglichen zwischenstaatlichen Vereinbarungen ab.

Eine EKVK ist keine umfassende Reiseversicherung. Sie deckt insbesondere nicht automatisch private Behandlung, Rücktransport oder alle zusätzlichen Kosten ab. Ob eine ergänzende Versicherung sinnvoll ist, hängt von Herkunftsland, Versicherungsvertrag, Reisedauer und geplanten Aktivitäten ab. Vergleichen Sie dafür die konkreten Versicherungsbedingungen und achten Sie auf Ausschlüsse, Selbstbehalte sowie die Regeln zu Rettungs- und Transportkosten.

Vor der Abreise sinnvoll vorbereiten

Prüfen Sie, ob die Versichertenkarte gültig und lesbar ist und ob die EKVK-Daten vollständig eingetragen sind. Eine provisorische Ersatzbescheinigung kann bei der zuständigen Krankenversicherung relevant sein, wenn die Karte fehlt oder nicht verwendbar ist; die Ausstellung und das Verfahren sind Sache des eigenen Trägers. Nehmen Sie bei regelmäßig benötigten Arzneimitteln die persönlichen Medikamente in ausreichender Menge für die Reise mit und bewahren Sie Angaben zu Wirkstoff oder Verordnung getrennt davon auf. Welche Einfuhrbestimmungen für bestimmte Arzneimittel gelten, hängt von Wirkstoff und Reiseziel ab; dafür sind die zuständigen Behörden maßgeblich.

Notieren Sie die Rufnummer Ihrer Versicherung, eine Kontaktperson und wichtige Informationen, die im Notfall gebraucht werden könnten. Für die Reisegruppe ist hilfreich zu wissen, wer die Versicherungsunterlagen aufbewahrt. Bei einem Aufenthalt in einer abgelegenen Region kann es zusätzlich sinnvoll sein, die nächstgelegene Versorgung nicht erst im Ernstfall zu suchen. Das ist besonders dann relevant, wenn die eigene Anreisezeit lang ist oder ein regelmäßiger Behandlungsbedarf besteht.

Häufige Fragen

Welche Nummer soll ich bei einem medizinischen Notfall wählen?

Bei akuter Gefahr erreichen Sie den Rettungsdienst in Österreich unter 144. Die allgemeine europäische Notrufnummer 112 ist ebenfalls kostenlos erreichbar und kann auch von einem gesperrten Mobiltelefon ohne PIN gewählt werden. Bei Unsicherheit über die Zuständigkeit ist 112 der allgemeine Notruf.

Wofür sind 122 und 133 gedacht?

122 ist die Nummer der Feuerwehrzentralen, 133 die österreichweite Nummer der Polizei. Für einen medizinischen Rettungseinsatz gilt 144; 112 ist der allgemeine Euro-Notruf. Die vier Nummern stehen also nicht für austauschbare Dienste.

Was kann ich bei gesundheitlichen Beschwerden ohne akute Lebensgefahr tun?

Die österreichweite Gesundheitsberatung 1450 ist rund um die Uhr erreichbar und empfiehlt, wo passende Betreuung zu finden ist. Für ärztliche Hilfe außerhalb der Ordinationszeiten gibt es außerdem den regional organisierten Ärztenotdienst unter 141. Bei akuter Lebensgefahr ist stattdessen 144 oder 112 erforderlich.

Gilt die Europäische Krankenversicherungskarte in Österreich?

Die EKVK kann Versicherten aus EU-Staaten, dem EWR und der Schweiz während eines vorübergehenden Aufenthalts den Zugang zu medizinisch notwendigen Sachleistungen nach den Regeln des Aufenthaltsstaats ermöglichen. Private Behandlung, nicht notwendige Leistungen oder jede Rechnung sind damit nicht automatisch gedeckt.

Deckt die EKVK einen Rücktransport nach Hause?

Die EKVK ist keine umfassende Reiseversicherung und begründet nicht automatisch einen Anspruch auf Rücktransport. Ob ein Transport oder weitere Kosten versichert sind, hängt von Ihrem Versicherungsvertrag und den einschlägigen Regeln ab; klären Sie dies mit dem eigenen Versicherer.