Döllach: Spuren des Tauerngolds entdecken
Unterkünfte in Döllach
Döllach erschließt seine Geschichte über konkrete Orte: einstige Goldverarbeitung, historische Gebäude und einen Themenweg zum Tauerngold. Wer auf einer Reise nicht nur Landschaft, sondern auch die Spuren früherer Arbeit entdecken möchte, findet hier mehrere unterschiedliche Anknüpfungspunkte. Dazu kommen eine spätgotische Kirche im Ortszentrum und Wege, die den Blick auf die Kulturlandschaft lenken.
Goldbergbau und Tauerngold
Während der Zeit des Goldbergbaus war Döllach Sitz der Gewerke und Verarbeitungszentrum des Goldes. Der Kohlbarren wurde als jene Zinkhütte identifiziert, die historische Schriftquellen zwischen 1796 und 1834 nennen. Die Zinkhütte von Döllach zählt zu den bedeutendsten Industriedenkmälern Europas. So lässt sich die Geschichte des Bergbaus sowohl über seine wirtschaftliche Rolle als auch über ein konkretes Industriedenkmal erschließen.
Am Kohlbarren beginnt ein Themenweg zum historischen „Tauerngold“. Damit stehen Besuchern zwei eng am Ort verankerte Zugänge zum Thema zur Verfügung: das Industriedenkmal und der Weg, der von dort ausgeht. Funde aus stillgelegten Stollen, darunter ein Grubenhunt und zahlreiche Arbeitsgeräte, veranschaulichen darüber hinaus die Geschichte des Bergbaus. Sie bieten einen weiteren Blick auf die Tätigkeiten, die den Goldbergbau prägten.
Historische Häuser und Ortsgeschichte
Der Putzenhof wurde etwa zwischen 1540 und 1560 von Melchior Putz von Kirchheimegg erbaut. Im historischen Gewerkenhaus zeigt die Ausstellung „Tauerngold“ Goldschätze aus der vergangenen Zeit. Der Besuch verbindet damit ein Gebäude aus der Geschichte des Goldbergbaus mit Exponaten, die an diese Zeit erinnern. Der Zugang zur Ausstellung ist saisonal und kann sich ändern; prüfen Sie aktuelle Besuchsmöglichkeiten am besten vorab.
Ein weiteres historisches Gebäude ist das etwa 500 Jahre alte Putzenschlössl, auch Bräuhaus oder Köberschlössl genannt. Es ist bis heute in seiner ursprünglichen Bausubstanz erhalten. Die alten Pferdeställe, die Sattelkammer mit ihren Säumerstätten und eine Schmiede geben Einblick in das Leben der mittelalterlichen Säumer. Diese transportierten hauptsächlich Wein und Salz zwischen Gemona und Salzburg über den Tauernkamm. An den Räumen werden so nicht nur historische Bauformen, sondern auch frühere Transportwege und Arbeitsweisen anschaulich.
Die Kirche Hl. Andreas ist ein spätgotischer Bau im Ortszentrum von Döllach. Während des Edelmetallbergbaus war die Alte Schmelz in Großkirchheim als Goldschmelze in Betrieb; die alte Goldschmelze von Döllach wurde revitalisiert und beherbergt heute einen Veranstaltungssaal. Mit Kirche, Gewerkenhäusern und den Zeugnissen des Bergbaus ergibt sich ein Ortsbild, dessen kulturelle Themen sich über verschiedene Bauwerke und historische Funktionen erschließen.
Wege, Natur und regionale Perspektive
Der Apriacher Kirchweg führt durch eine gepflegte Kulturlandschaft mit Bauernhöfen, Marterln und Wiesen in Richtung Döllach. Über einen kurzen Abstieg erreicht er dessen Ortszentrum. Der Weg verbindet damit den Blick auf die bäuerlich geprägte Landschaft mit dem Ziel im Ort. Wer lieber eine größere Radtour in den Blick nimmt, kann sich am 80 km langen Glocknerradweg R8 orientieren: Er führt von Heiligenblut über Großkirchheim bis nach Möllbrücke.
In der Gemeinde Großkirchheim liegen 63 Prozent des Gemeindegebiets im Nationalpark Hohe Tauern. Für einen anderen Schwerpunkt bietet das Naturbad eine Badefläche von 1.200 m². So stehen historische Entdeckungen, Wege durch die Kulturlandschaft und ein Bad als unterschiedliche Themen für die Reiseplanung nebeneinander.
Für einen Aufenthalt mit stärkerem Fokus auf eine Radtour lässt sich dagegen die regionale Strecke des Glocknerradwegs als eigener Planungsmaßstab betrachten. Döllachs besondere Prägung liegt dabei in der Verbindung von Goldbergbaugeschichte, historischen Gebäuden und einer Kulturlandschaft, die sich auch auf Wegen erschließt.
Weitere Reiseziele
Sachsenburg, Maltaberg, Söbriach, Katschberghöhe, Mörtschach, Mühldorf, Sankt Oswald, Steinfeld
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Spittal An Der Drau.