Wolfsegg am Hausruck entdecken
Unterkünfte in Wolfsegg am Hausruck
Wolfsegg am Hausruck verbindet Bergbaugeschichte, Literatur, sakrale Kultur und Wege durch Wald und offene Landschaft. Im Gemeindegebiet wurden 1760 die ersten Kohlefunde nachgewiesen; daraus entstand eine über 200-jährige Bergbautradition. Diese Geschichte begegnet Ihnen nicht nur in Ausstellungen, sondern auch an markanten Orten und auf thematischen Wegen.
Bergbau, Schloss und literarische Spuren
Der Schauraum der Bergknappenkapelle Kohlgrube zeigt zahlreiche Originalexponate, Dokumente und Bilder zur Bergbaugeschichte der Hausruckregion. An das Schicksal der Bergleute erinnert das Bergmannskreuz: Es gilt jenen, die während der zwei Jahrhunderte des Kohlebergbaus in Wolfsegg innerhalb oder außerhalb der Grube als Opfer ihres Berufs ums Leben kamen. Auch der Barbarabrunnen, der in Kohlgrube errichtet wurde und auch Barbaraquelle genannt wird, gehört zu diesem historischen Umfeld. Er führt stark schwefelhaltiges Wasser, das vermutlich aus ehemaligen Grubenstollen stammt.
Das Schloss Wolfsegg liegt auf einem Hügel über Wolfsegg und ist vom Ortszentrum aus über einen steilen Anstieg erreichbar. Es wurde von Bauern besetzt und von General von Pappenheim erstürmt. Für die Literaturgeschichte ist das Schloss ebenfalls bedeutsam: Thomas Bernhard verbrachte dort viele Stunden, und in seinem letzten Roman „Auslöschung“ wird es zu einem zentralen Schauplatz. Die LiteraTour Thomas Bernhard führt zum Schloss Wolfsegg und zur „Kindervilla“, die in seinem Roman „Auslöschung“ erwähnt wird.
Die heutige Pfarrkirche Wolfsegg a. H. entstand aus der vermutlich im 11. Jahrhundert erbauten St.-Georgen-Kapelle. Die Pfarrkirche zum heiligen Georg ist dem heiligen Georg geweiht; eine Darstellung zeigt ihn als Ritter, und aufgrund der Bergbautradition wird auch die heilige Barbara verehrt.
Wege, Wald und weite Blicke
Das Bauernkriegsdenkmal erinnert an die letzte Schlacht des Zweiten Bauernkriegs am 20. November 1626. An klaren Tagen reicht der Blick von dort über das Alpenvorland über etwa 300 Kilometer: vom großen Ötscher in den steirisch-niederösterreichischen Kalkalpen bis zum Untersberg in den Salzburger Kalkalpen. Der Rundweg Panoramaweg beginnt beim Schloss Wolfsegg, führt durch den Wald zum „Jagabild“ und anschließend zum Marienbild.
Ein naturkundlicher Schwerpunkt liegt beim Ottnangium unterhalb der sogenannten Wolfsegger Schanze. Das Naturdenkmal liegt in einem geschützten Waldbereich. 2016 wurde von Wolfsegg aus ein Weg dorthin errichtet; ein Teilbereich trägt die Bezeichnung Braunkohle-Themenweg. Für Interessierte werden im Ottnangium Führungen angeboten. So lässt sich die Landschaft mit einem geologischen und bergbaugeschichtlichen Thema verbinden, ohne die Naturbezüge des Ortes aus dem Blick zu verlieren.
Wer eine längere Wegstrecke einplanen möchte, findet im 8,5 Kilometer langen Wolfsegger Friedensweg eine eigene Route. Sie führt von Wolfshütte, einer Bahnstation an der Strecke Attnang-Puchheim–Ried im Innkreis, nach Wolfsegg am Hausruck und verläuft durch Fluren, dunkle Wälder und kleine Ortschaften. Unterwegs gibt es schöne Ausblicke und zahlreiche Ruhebänke. Für die Bahnanreise nach Wolfsegg führt die Weiterfahrt von Attnang-Puchheim zum Bahnhof Ottnang-Wolfsegg.
Ortsgeschichte und regionale Tradition
Die Heimatstube Wolfsegg wurde 1989 eröffnet. Dort soll der geschichtliche Hintergrund des Ortes und seiner Umgebung in Ausstellungen verschiedener Objekte Thema sein. Einen lebendigen regionalen Akzent setzt der Krapfenkirtag & Handwerksmarkt: Bei der Veranstaltung wurden bodenständiges Kunsthandwerk, frische Bauernkrapfen und Livemusik geboten; sie wurde zum 18. Mal durchgeführt.
Damit bietet Wolfsegg am Hausruck unterschiedliche Anknüpfungspunkte für Ihre Reiseplanung: Sie können den Schwerpunkt auf Schloss und Literatur, auf die Geschichte des Kohlebergbaus, auf sakrale Orte oder auf Wege durch Wald und Landschaft legen. Für die weitere Orientierung im selben übergeordneten Ortsbereich finden Sie auch Innerschwand Am Mondsee, Unterach Am Attersee, Zell am Pettenfirst, Niederthalheim, Attnang, Zell Am Moos, Timelkam und Loibichl.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Vöcklabruck.