Mittersill: Natur, Nationalpark und Geschichte
Unterkünfte in Mittersill
Mittersill liegt direkt an der Salzach zwischen Pass Thurn und Felbertauern. Naturthemen, ein Nationalpark-Erlebniszentrum und Bauwerke aus verschiedenen Jahrhunderten geben der Reise unterschiedliche mögliche Schwerpunkte.
Natur entdecken: vom Hintersee bis zum Wasenmoos
Der Hintersee und sein Umfeld wurden 1933 von der Salzburger Landesregierung zum Naturdenkmal erklärt und unter rechtlichen Schutz gestellt. Seine Entstehung geht auf einen Bergsturz zurück: Das Erdbeben in den Hohen Tauern von 1495 löste ihn aus; die Trümmer riegelten das Tal ab und stauten den See auf. So treffen an diesem Ort eine markante Landschaftsform und eine lange geologische Geschichte aufeinander.
Auch die Schösswendklamm wurde zum Naturdenkmal erklärt und gesetzlich geschützt, und zwar 1983 wegen ihrer Eigenart und Schönheit. Einen anderen Zugang zu Naturthemen bietet das Wasenmoos. Dort gibt es einen 2 km langen Themenwanderweg sowie einen Aussichtspavillon mit Informationsmaterial. Beides wurde 2006 nach Abschluss der ersten Renaturierungsphase eröffnet. Im Wasenmoos kommen zudem alle drei in Österreich heimischen fleischfressenden Pflanzen vor: Sonnentau, Fettkraut und Wasserschlauch. Der Pavillon und der Themenweg sind dabei zwei verschiedene Angebote; die genannten Pflanzen bilden ein eigenes Naturthema.
Ein weiterer auffälliger Naturpunkt ist die Heidnische Kirche: Aus einem Bergsturz-Trümmerfeld ragt ein etwa 10 m hoher Zentralgneisblock heraus. Die unterschiedlichen Maßstäbe – vom einzelnen Felsblock bis zur Entstehungsgeschichte eines Sees – bieten verschiedene Anknüpfungspunkte für alle, die Landschaft nicht nur betrachten, sondern auch ihre Entstehung besser verstehen möchten.
Nationalparkwelten und praktische Orientierung
Die Nationalparkwelten Hohe Tauern in Mittersill eröffnen Besucherinnen und Besuchern mit allen Sinnen Einblicke in Orte, Epochen und Bereiche, die Menschen sonst verschlossen bleiben. Für eine Reiseplanung, die Naturerlebnisse mit einer anschaulichen Vermittlung verbindet, ist das ein eigener Schwerpunkt neben den Landschafts- und Kulturthemen. Die Nationalparkwelten sind täglich geöffnet: von Mai bis Oktober von 9:00 bis 17:00 Uhr, von November bis April von 10:00 bis 17:00 Uhr. Letzter Einlass ist um 16:30 Uhr. Da sich saisonale Öffnungszeiten ändern können, empfiehlt sich vor dem Besuch ein Blick auf den aktuellen Zeitplan.
Die Anreise zu den Nationalparkwelten ist mit Bus und Bahn möglich. Vom Bahnhof beträgt die Gehzeit etwa 10 Minuten, von der Bushaltestelle „Mittersill Stadtplatz“ etwa 5 Minuten. Auch bei der öffentlichen Anreise lohnt es sich, den Fahrplan vor der Reise zu prüfen. Die Gehzeiten unterscheiden sich je nach Ausgangspunkt; sie sind eine praktische Orientierung für die Planung dieses Besuchs.
Kirchen und Felberturm: Geschichte an konkreten Bauwerken
Der Felberturm wurde in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtet und diente den edelfreien Herren von Velm als Wohn- und Wehrturm. Das neu gestaltete Felberturm Museum wurde am 7. Juli 2021 wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Im Erdgeschoss befindet sich eine Ausstellung zum historischen Saumhandel. Turm, Museumsgebäude und Ausstellung machen damit verschiedene Aspekte des Ortes zum Thema: die frühere Funktion des Bauwerks und den Handel, dem ein eigener Ausstellungsbereich gewidmet ist.
Auch die Kirchen erzählen von unterschiedlichen Bauphasen. Die Annakirche ließ Kassian Singer 1751 im Tiroler Rokokostil an der Stelle der früheren Pfarrkirche errichten, die beim Marktbrand von 1746 schwer beschädigt worden war. Die Deckenmalereien über das Leben der heiligen Anna schuf Christoph Anton Mayr 1753. Die Pfarrkirche Mittersill entstand nach dem großen Marktbrand von 1746: Johann Kleber erbaute sie in den Jahren 1747 bis 1749. Ihre Kanzel stammt aus dem Jahr 1765 und wurde vom einheimischen Bildhauer Peter Schmid geschaffen. Die Felberkirche wiederum ist die älteste Kirche Mittersills; ursprünglich wurde sie als Schlosskapelle der Herren von Felben neben deren Wohnturm erbaut.
Für die Reiseplanung stehen damit sehr unterschiedliche Entdeckungen nebeneinander: geschützte Natur, ein etwa 2 km langer Themenweg, ein Erlebniszentrum und Bauwerke mit klar benannten historischen und künstlerischen Bezügen. Wenn Sie Natur und Kultur verbinden möchten, können diese Themen bei der Wahl Ihres Aufenthaltsortes und Ihrer Unterkunft gleichermaßen eine Rolle spielen. Wer lieber einen Schwerpunkt setzt, kann sich an den konkreten Interessen orientieren, die ihn am meisten ansprechen.
Weitere Orte zum Entdecken
Für Ihre weitere Recherche: Taxenbach, Zell am See, Hollersbach Im Pinzgau, Uttendorf, Paßthurn, Rain, Igelsberg und Niedernsill.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Zell Am See.