Hohenems entdecken: jüdisches Erbe, Museen und Rheinauen
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Hohenems zwischen jüdischem Erbe, Museen und Rheinauen
Hohenems verbindet eindrucksvolle Kulturgeschichte mit Museen, historischen Bauwerken, regionalen Genusserlebnissen und dem Naturraum des Alten Rheins. Besonders prägend ist das ehemalige Jüdische Viertel: Als fast lückenlos erhaltenes Ensemble bewahrt es jüdische Geschichte. Dazu gehören eine Synagoge, eine Mikwe, ein Schulhaus und ein Armenhaus. Die Dauerausstellung des Jüdischen Museums Hohenems in der Villa Heimann-Rosenthal erzählt die Geschichte der jüdischen Gemeinde von ihren Anfängen bis zu ihrem Ende im Nationalsozialismus nach 1938.
Jüdische Geschichte bewusst erleben
Zum historischen Rundgang gehört auch der Jüdische Friedhof mit 370 erhaltenen Grabsteinen. Er steht seit 1967 unter Denkmalschutz und ist abgesperrt. Den Schlüssel erhalten Besucher im Jüdischen Museum gegen Hinterlegung eines Ausweises. Diese Regelung macht den Besuch zu einem eigens zu planenden Teil der Auseinandersetzung mit dem Ort.
Ein weiterer kultureller Schwerpunkt liegt bei Franz Schubert. Das Franz-Schubert-Museum zeichnet sein Leben und Werk in Räumen nach, die kurz vor seiner Geburt errichtet wurden. Es befindet sich in einem ehemaligen Pfarrhaus, dessen Fundamente auf den Beginn des 16. Jahrhunderts zurückgehen. Ein Hörraum für Schuberts Musik ergänzt die Ausstellung; vom Garten aus gibt es Ausblicke auf die historische Innenstadt von Hohenems. Das Schubertiade-Museum widmet sich wiederum den Bemühungen der Nachwelt um Schuberts Werke und Person. Im Literaturhaus Vorarlberg wird in ausgewählten repräsentativen Räumen der historischen Villa Franziska und Iwan Rosenthal das Schreiben und die Sprache als lebendiger Prozess erlebbar.
Palast, Burgen und Technikgeschichte
Der Palast Hohenems gilt als bedeutendster Renaissancebau Westösterreichs. In seiner Bibliothek wurden die Handschriften C und A des Nibelungenliedes 1755 und 1779 gefunden. Der Palast ist Privatbesitz und nicht frei zugänglich; regelmäßig angebotene Führungen eröffnen jedoch eine dokumentierte Möglichkeit, sich mit dem Bauwerk zu beschäftigen. Die Große Schlossbergrunde führt in wenigen Minuten zur Ruine Alt-Ems und zum Aussichtspunkt „Gsätzle“. Von der im 12. Jahrhundert erbauten Burg sind die Barbakane, Mauern des Palas und die Basis des Pulverturms mit seinen über das Rheintal blickenden Schießscharten wieder sichtbar. Die Anlage war 800 Meter lang.
Technikgeschichte zeigt Stoffels Säge-Mühle. Mit 35 Müllereimaschinen und weiteren Exponaten dokumentiert sie die Entwicklung der Mühlentechnik von 1880 bis zu computergesteuerten Mühlen und vermittelt zugleich kulturgeschichtlich 2.000 Jahre Mühlentechnik. Eine andere Perspektive auf regionale Geschichte bietet die Unterkirche von St. Konrad mit Wandmalereien der Künstlerin Heilgard Bertel. Im Garten des Alte-Zeiten-Museums werden verschiedene alte Getreidesorten bewahrt; außerdem wachsen dort ehemals in der Region verwendete Nutzpflanzen zu Schauzwecken.
Altrhein, Radweg und regionale Genüsse
Für einen Wechsel von Kultur zu Landschaft steht das Erholungszentrum Rheinauen in Hohenems/Altach. Es liegt mitten im Naturschutzgebiet des Alten Rheins und verfügt über mehr als 130.000 Quadratmeter Badefläche. Zum Erholungszentrum gehört außerdem ein 400 Meter langer Seitenarm des Alten Rheins. Der Hör-Radweg „Über die Grenze“ verläuft am Alten Rhein entlang nach Hohenems und führt anschließend am Erholungszentrum Rheinauen vorbei.
Auch kulinarische Entdeckungen haben in Hohenems ihren eigenen Charakter. In der Fenkart Schokoladenwelt können Besucher eine eigene Schokoladentafel herstellen. Ein selbstständiger, interaktiver Rundgang führt dort von der Verarbeitung der Kakaobohnen bis zur Herstellung verschiedener Schokoladensorten und süßer Spezialitäten. Der Hohenemser Wochenmarkt findet jeden Donnerstag von 8.00 bis 12.00 Uhr statt, außer an Feiertagen. Für den weiteren Vergleich stehen außerdem Dornbirn und Lustenau zur Auswahl.
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