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Zurndorf: Kirchenkunst, Industriegeschichte und Natur

Unterkünfte in Zurndorf

2 Erwachsene · keine Kinder · 1 Zimmer
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In Zurndorf treffen Zeugnisse religiöser und industrieller Geschichte auf eine nahe gelegene geschützte Landschaft. Die Pfarrkirche steht mitten auf dem örtlichen Friedhof, während Eichenwald und Hutweide außerhalb des Ortes besondere Lebensräume bilden. Wer bei der Reiseplanung Kultur, Naturbeobachtung und Bewegung miteinander verbinden möchte, findet hier unterschiedliche Themen, die sich jeweils genauer erkunden lassen.

Kirchen und Spuren der Ortsgeschichte

Die römisch-katholische Pfarrkirche entstand etwa um 1270 in romanisch-frühgotischer Zeit und ist den Apostelfürsten Petrus und Paulus geweiht. Ihr Hochaltarbild von F. G. Herzsch geht auf eine Radierung von Maulpertsch zurück: Es zeigt den Abschied von Petrus und Paulus vor ihrer Hinrichtung und wurde 1964 restauriert. Ein weiteres kunstgeschichtliches Detail ist das Kreuzigungsfresko mit Maria und Johannes. Aufgrund von Thema und Darstellung wird es vermutlich auf die Zeit von 1610 bis 1673 datiert, als die Kirche evangelischen Besitz hatte.

Auch die heutige evangelische Kirche im Friedhof trägt verschiedene Zeitschichten in sich. Ihre Mauern stammen aus dem Mittelalter und erinnern an die reformatorische Pfarrgemeinde in Zurndorf. Ein Umbau unter evangelischen Predigern in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts ergänzte Turm und Deckenwölbung; diese Veränderungen fielen dem Brand von 1857 zum Opfer. So lässt sich die Ortsgeschichte an Bauwerken und Kunstwerken auf unterschiedliche Weise nachvollziehen.

Neben dem Pfarrhof steht die Michaelskapelle, ein kleiner Rechteckbau. Sie wurde auf Veranlassung des Pfarrers Michael Franz Sämmer zwischen 1727 und 1739 errichtet. Die ehemalige Mühle in der Mühlgasse 40 ist 2026 als denkmalgeschütztes Objekt ausgewiesen.

Industriegeschichte und Kunst

Zurndorfs Vergangenheit umfasst auch ein Kapitel der Sprengstoffherstellung: Herr Schickherr errichtete hier 1887 eine Dynamitfabrik. Das Werk stellte Einser-, Zweier- und Dreierdynamit her, bevor es 1921 nach Csepel in Ungarn verlegt wurde. Die drei benannten Dynamitklassen und der spätere Standortwechsel geben dieser Geschichte konkrete Anhaltspunkte und unterscheiden sie von den religiösen Zeugnissen des Ortes.

Einen eigenen Kunstakzent setzt die Sammlung am Friedrichshof. Dort befindet sich die umfangreichste private Sammlung von Arbeiten der Wiener Aktionisten aus den 1960er- und frühen 1970er-Jahren. Für Kulturinteressierte ergibt sich damit ein weiterer Themenbereich neben der älteren Kirchenkunst und der Industriegeschichte.

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Eichenwald, Hutweide und Vogelbeobachtung

In der näheren Umgebung von Zurndorf liegt das Europaschutzgebiet Zurndorfer Eichenwald und Hutweide. Es umfasst rund 100 Hektar bewaldete Fläche und eine rund 20 Hektar große Hutweide. Der Eichenwald gilt als einer der am besten erhaltenen Waldbestände der Parndorfer Platte. Auf den Kuppen und in den Hanglagen der Hutweide wächst Silikattrockenrasen; in den Senken kommt Trespen-Halbtrockenrasen vor. Wald und offene Weide unterscheiden sich damit nicht nur im Erscheinungsbild, sondern auch durch ihre jeweiligen Lebensräume.

Ein Aussichtsturm und der benachbarte Radweg bieten einen Bezug zur Vogelbeobachtung: Von dort können Radfahrer Großtrappen sowie andere gefährdete Vogelarten wie Kaiseradler und Rotfußfalken beobachten, ohne sie zu stören. Wer Naturthemen mit einer Radtour verbinden möchte, kann diesen Beobachtungsaspekt neben den besonderen Landschaftsformen der Hutweide berücksichtigen.

Radfahren und Paddeln

Der 50 Kilometer lange Radweg B29 „Windradweg“ führt quer über die Parndorfer Platte. Ein besonders schöner Abschnitt verläuft zwischen Gattendorf und Zurndorf entlang der Leitha. Die Routenbeschreibung wurde 2020 veröffentlicht; prüfen Sie vor der Fahrt die aktuelle Wegmarkierung. Der genannte Abschnitt bietet eine konkrete Möglichkeit, Radfahren mit der Landschaft entlang des Flusses zu verbinden.

Auch auf dem Wasser gibt es unterschiedliche Angebote für verschiedene Erfahrungsstände. Der Kanuverein Leitha Auen Neusiedler See bietet Fortgeschrittenen fachlich begleitete Leitha-Fahrten mit einem Guide an. Anfängern zeigt der Verein das Paddeln auf der Leitha, in den Buchten und Kanälen des Neusiedler Sees sowie auf der Donau. Die genannten Touren und Übungsgewässer eröffnen einen weiteren Blick auf die Region; sie stehen unabhängig von den kulturellen und landschaftlichen Entdeckungen an Land.

Weitere Orte zum Entdecken

Winden Am See, Neusiedl Am See, Mönchhof, Tadten, Bruckneudorf, Weiden Am See, Pamhagen, Kaisersteinbruch.

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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Neusiedl Am See.