Thomatal entdecken: Kultur, Berge und besondere Wege
Thomatal verbindet eine ungewöhnlich dichte Bergbau- und Wallfahrtstradition mit Wegen durch die Landschaft des Lungau. Zwischen den sanften Hügeln der Nockberge und blühenden Bergwiesen finden Sie historische Zeugnisse, eine besondere regionale Erinnerungskultur und verschiedene Ausgangspunkte für Wanderungen, Winterwege und Radtouren. Wenn Sie ein Hotel in Thomatal suchen, lohnt es sich daher, zuerst den gewünschten Reisecharakter festzulegen: Kultur und Brauchtum, eine winterliche Loipe oder Aktivitäten rund um Schönfeld setzen jeweils andere Schwerpunkte.
Bergbaugeschichte und besondere Einblicke
In Bundschuh reichen Bergbau und Verhüttung bis in das 16. Jahrhundert zurück. Diese Geschichte begegnet Ihnen auch an der Josefshütte in Schönfeld. Das Gebäude wurde ursprünglich als Stadel genutzt, um Futter für die Ochsen im Erzabbau zu lagern. Seit 2009 steht die wiederaufgebaute Josefshütte und dient heute als Almkirche. Ein weiteres Wirtschaftsdenkmal aus dem montanhistorischen Bereich ist der Stuckofen im Thomataler Ortsteil Bundschuh.
Das Valentinum präsentiert den historischen Nachlass von Pfarrer Valentin Pfeifenberger der Öffentlichkeit. Der Besuch ist frei zugänglich und kostenlos; die Ausstellungsstücke sind von außen einsehbar, weil Sie keinen Innenraum betreten. Damit unterscheidet sich dieser Einblick in die Ortsgeschichte deutlich von einer klassischen Ausstellung in geschlossenen Räumen. Auch die Burgruine Edenfest führt weit zurück: Sie wurde 1147 erstmals urkundlich erwähnt. Der Tourismusverein Thomatal legte 1978 einen Besuchersteig über die Nordflanke der Felskuppe zur Burgruine an.
Wallfahrt, Kirche und lebendiges Brauchtum
Die Pfarr- und Wallfahrtskirche zum hl. Georg ist eine Wallfahrtskirche für Bauern und Viehzüchter in der Gemeinde Thomatal im Lungau. Im Inneren steht eine gut erhaltene Mauracher-Orgel aus dem Jahr 1883. Zum Taufstein gehört eine achteckige, geschwungene weiße Marmorsäule mit einem darauf sitzenden Taufbecken aus weißem Marmor. Unter dem Turm befindet sich die sogenannte „Kirchturmgrotte“, das Untergeschoß des Turms. Seit dem Tod von Pfarrer Valentin Pfeifenberger im Jahr 2004 ist sie mit sieben Gedenktafeln zu seiner Erinnerung ausgestattet. Eine weitere Besonderheit ist die Heilige Familie, die direkt aus noch am Ort stehenden, lebenden Zirben geschnitzt ist.
Besonders eindrucksvoll ist der alljährliche Thomataler Georgiritt am Sonntag nach dem 23. April, dem Georgitag. Dabei bringen die Thomataler Bauern „Sauhaxn“ als Opfer dar und legen sie in der Wallfahrtskirche St. Georg in einer Schale unter die Georgistatue. Erste schriftliche Nachweise für derartige Georgiopfer stammen aus dem Jahr 1538. Valentin Pfeifenberger holte den später vergessenen Brauch in der Neuzeit wieder hervor. Für Ihre Reiseplanung ist der Georgiritt deshalb ein klar datiertes Beispiel dafür, wie eng die religiöse Geschichte des Ortes mit lebendigem Brauchtum verbunden ist.
Winterwege und Berglandschaft rund um Schönfeld
Im Winter führen Wanderungen in Thomatal entlang des mäandernden Kremsbachs durch verschneite Felder, Wälder und sanfte Hügel. Für den klassischen Langlauf bietet die Höhenloipe Schönfeld Rosanin 8 km Loipe, teilweise auch zum Skaten. Schönfeld liegt auf 1.730 Metern Seehöhe und ist ein Ausgangspunkt für Wanderungen und Trekkingtouren. Die Höhenlage wird dabei als konkrete Orientierung des Ausgangspunkts genannt, nicht als Aussage über Schneesicherheit oder den aktuellen Loipenbetrieb.
Auch außerhalb des Winters bleibt Schönfeld ein Ausgangspunkt für Unternehmungen: Thomatal-Schönfeld eignet sich laut den vorliegenden Informationen im Sommer für Wanderungen und Radtouren in der Bergregion Lungau. Eine weitere belegte Wanderung startet in Gruben/Thomatal beim Kocherbauer; nach einer etwa zweistündigen Wanderung erreicht man die Franzenshütte. Wer mit unterschiedlichen Interessen unterwegs ist, kann so zwischen historischen Besichtigungen, einer ausgewiesenen Loipe, Wanderungen und Radtouren wählen, ohne die kulturellen Besonderheiten des Ortes aus dem Blick zu verlieren.
Praktische Orientierung für Ihren Aufenthalt
Für Besorgungen gibt es einen wöchentlichen Fahrdienst, der vorab angemeldet werden muss. Er fährt jeden Mittwoch um 8:30 Uhr von Thomatal ab; die Rückfahrt ab Tamsweg erfolgt gegen 11:00 Uhr. Diese konkrete Verbindung gehört zur Mobilitätsinformation des Ortes und kann bei der Planung eines Aufenthalts berücksichtigt werden. Für die weitere Ortsauswahl können Sie außerdem Zederhaus, Lessach, Zankwarn, Tamsweg, Sankt Andrä Im Lungau, Muhr, Unternberg und Ramingstein vergleichen.
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