Hinterriß – Natur, Geschichte und Wege im Karwendel
Hinterriß ist die einzige Dauersiedlung im Karwendel und bleibt das ganze Jahr über bewohnt. Schon der Fund eines bronzezeitlichen Schwertes belegt, dass sich hier bereits in der Frühgeschichte Menschen aufhielten.
Naturparkhaus und Spuren der Geschichte
Ein guter Anlaufpunkt für die Beschäftigung mit der Region ist das Naturparkhaus Hinterriß. Im Sommer ist es vom 1. Mai bis Ende Oktober jeweils von Mittwoch bis Montag von 09:00 bis 17:00 Uhr geöffnet; dienstags ist Ruhetag. Die Ausstellung setzt Schwerpunkte auf die Natur und Geschichte, die Jagd sowie die Menschen des Karwendels.
Hinter dem Naturparkhaus liegt der 2012 angelegte Themenweg „Goldener Nagel“, der über die geologische Bedeutung des Karwendels informiert. Beim Naturparkhaus waren ab dem darauffolgenden Frühling außerdem Informationen zum Goldenen Nagel am Kuhjoch und zur Trias-Jura-Grenze vorgesehen. Der Goldene Nagel markiert dort einen Referenzpunkt für den Übergang zwischen zwei Erdzeitaltern vor rund 199,6 Millionen Jahren. Ein weiteres Ziel für eine kurze, besondere Pause ist das Labyrinth in Hinterriß. Es gehört zum Typ des kretischen beziehungsweise klassischen Labyrinths mit typischerweise sieben Umgängen. In seinem Zentrum befindet sich eine Keramik, die den Artenreichtum des Karwendels symbolisiert und zum Verweilen und Nachdenken einlädt.
Auch die jüngere Geschichte des Ortes ist mit dem Karwendel verbunden: Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha nutzte ab 1860 sein Jagdschloss in Hinterriß, um das gesamte Karwendel-Gebiet als Jagdrevier zu nutzen. Noch weiter zurück reicht eine steinzeitliche Handelsroute für Feuerstein, die durch das Rißtal über das Plumsjoch zum Achensee und ins Inntal sowie weiter über die Alpen nach Süden verlief.
Kurze Wege und längere Unternehmungen
Für einen überschaubaren Ausflug führt eine leichte und kurze Wanderung von der Eng in Hinterriß zur Binsalm. Dort gibt es gutbürgerliche Küche und eine Übernachtungsmöglichkeit. Der Lehrpfad Eng-Alm ist ein eigener kurzer Spaziergang: Er ist 700 Meter lang und kann in etwa einer halben Stunde bewältigt werden. In der Eng Alm wird weidefrische Milch zu Butter und Käse verarbeitet. Beides kann in der Rasthütte verkostet und im Bauernladen gekauft werden.
Wer einen längeren Tag in der Landschaft sucht, kann die Karwendelloipe nutzen. Sie führt in Hinterriß über 28 Kilometer durch das Rißtal zur Engalm. Außerdem führt eine individuell buchbare Naturführung über den Großen Ahornboden zum Enger Grund. Für eine mehrtägige Tour ist die Karwendeltour eine weitere Möglichkeit: Sie führt von Hinterriß nach Stans und ist auf vier Tage und drei Nächte ausgelegt. Ausgangspunkt ist der Gasthof zur Post in Hinterriß.
Anreise nach Hinterriß
Von Bayern aus ist Hinterriß mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Mit der BRB geht es von München nach Lenggries, anschließend fährt im Sommer regelmäßig ein Bergsteigerbus in Richtung Eng und zurück. Mit dem Auto ist das Naturparkhaus Hinterriß über die Mautstraße von Wallgau oder über den Sylvensteinspeicher erreichbar.
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